Tipps für das Szenenende Teil II

Wie bereits im ersten Teil dargestellt, gibt es einen Übergang zwischen Szenenende und dem nachfolgenden Sequel. Letzteres besteht aus Reaktion, Dilemma und aus der Auswahl mehrerer schlechter Wahlmöglichkeiten folgt die Entscheidung, das Ziel für die nächste Szene.

Um Fehler bei der Darstellung der Reaktion im Sequel zu vermeiden empfehle ich folgende Checkliste, die ich hier als Tipps für das Szenenende Teil II vorstelle:

1) Steht die Reaktion der Hauptfigur (HF) in direktem Zusammenhang mit dem vorausgegangenen Desaster?

2) Macht die Reaktion der HF Sinn im Zusammenhang mit dem Desaster? Beispiel: Die HF wird angebrüllt und antwortet mit der Einladung ins Kino. Das passt nur unter Beachtung der Vorgaben in nachfolgender Nr. 3

3) Ist die Reaktion logisch im Hinblick auf den persönlichen Charakter der HF, seiner Art und Weise mit Problemen umzugehen? (Ein Weichei wird nicht von jetzt auf nachher zum heldenhaften Kämpfer; umgekehrt wird ein harter Typ nicht plötzlich zum Softi und hält die andere Backe hin)

4) Wurde eine angemessene Zeit im Skript verwendet zur Beschreibung der Reaktion? Hier gilt es die Gewichte zu beachten. Als Faustregel gilt: Je größer das Desaster, umso ausführlicher die Reaktion.

5) Ist die Reaktion so stark wie möglich geschildert, durch Beschreibungen, Dialoge, Erzählungen oder Handlungen?

6) Ist die Situation klar, ohne den Leser mit Wiederholungen ihm bereits bekannter Informationen zu langweilen?

Kommen wir nun zum zweiten Teil des Sequels, dem Dilemma. Auch dafür empfiehlt sich die Abarbeitung einer Checkliste.

1) Ist das Dilemma direkt beeinflusst durch das Desaster am Ende der Szene?

2) Kann das Dilemma exakt dargelegt werden? (Kein simples: Was soll ich jetzt bloß tun? Das wäre zu allgemein und unspezifisch)

3) Ist dem Leser das Dilemma klar, sei es durch die exakte Schilderung oder aber indirekt aus dem Kontext der Handlung?

4) Steht der Zeitaufwand des Autors für die Schilderung des Dilemmas in direktem Zusammenhang mit dessen Wichtigkeit im Plot? (Keine unnötigen Zeilen verschwenden für das Dilemma ob die HF Tee oder Kaffee trinken soll, wohl aber dafür, ob sie z. B. den bisherigen Job kündigen soll)

Zum Schluss noch eine Checkliste für die Entscheidung, die letzte Phase des Sequels:

1) Ist die Entscheidung direkt und nachvollziehbar das Ergebnis des Dilemmas?

2) Führt die Entscheidung zu einem starken Ziel, das die Handlung wesentlich voranbringt?

3) Falls das Dilemma ein Langzeit-Problem ist, wurde die Entscheidung so verkleinert, dass sie der erste logische Schritt auf einem langen Weg ist? (z.B. das Dilemma ist ein ungeliebter Job, die erste Entscheidung ist das Studieren der Stellenanzeigen)

4) Löst die Entscheidung das Dilemma viel zu leicht oder führt es statt dessen zu neuen Komplikationen? (HF entscheidet falsch oder aber die Lösung des ersten Dilemmas führt unerwartet zu einem viel größeren Problem) Man sollte es seiner HF nie zu leicht machen, sonst tappt man ungewollt in die Falle, die Nr. 5 schildert.

5) Falls die HF sich entscheidet nichts zu tun (ja, das ist möglich) ist das innerhalb des Plots, oder für seinen Charakter, logisch? Nichtstun ist ein Spannungskiller. Bitte größte Vorsicht mit Achselzucken oder „auf die lange Bank schieben“ von Problemen. Nichts ist langweiliger als ein Protagonist, der sich treiben lässt oder auf die „Hilfe von ganz oben“ zur Problemlösung wartet.

Viel Spaß beim Sequel-Schreiben, und danke für das Lesen der Tipps für das Szenenende.

 

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Bildquelle

  • Theater stage with microphone Nesta-fotolia.de: Nesta Fotolia.de

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