Junge Frau motiviert sich selbst

Zehn Schreibtipps bekannter Autoren

In der britischen Zeitung Guardian existiert ein interessanter Artikel, in dem bekannte Autoren jeweils zehn Schreibtipps vergeben und diese natürlich auch ausführlich begründen. Ich fand die Tipps teilweise sehr gut und fasse diejenigen, die mir besonders gelungen erscheinen, im nachfolgenden Beitrag entsprechend zusammen. Lesen Sie das Ergebnis:

Elmore Leonard ist im englischen Sprachraum insbesondere als Autor von Krimis bekannt. Von ihm existiert auch das Buch „10 rules of writing“, welches ich noch nicht gelesen habe. Deshalb kann ich auch keine Meinung dazu äußern. Seine Tipps im Guardian hingegen sind qualitativ wertvoll.
Wetter: Leonard rät davon ab, einen Roman mit dem Wetter zu beginnen. Es sei denn, dass man die Reaktion des/der Protagonisten auf das Wetter zeigen will oder das Wetter die Atmosphäre der Handlung betonen soll. Die Leser wollen Geschichten über Personen lesen, keine Wetterberichte.
Prologe: Sollte man nach Möglichkeit vermeiden. Ein Prolog gehört zur sogenannten Backstory, der Hintergrundhandlung. Diese an den Anfang eines Romans zu platzieren führt zu Langeweile. Es gibt die allgemeine Empfehlung, Backstory in kleinen Happen über das Buch zu verteilen und nur so viel Backstory zu schreiben, dass der Leser die aktuelle Szene/die Handlungen versteht.
Das Verb „sagte“ bei wörtlicher Rede: Sehr zu empfehlen. Vermeiden sollte man leere Floskeln wie: sie erwiderte, sie schmollte, sie log, sie schrie laut (wie geht leises Schreien?). Leonard findet, dass man aus der Handlung erkennen sollte, wie genau der Protagonist reagiert. Floskeln wie: „antwortete er grimmig“, sind einfach nur Erzählen. Der Autor/die Autorin erzählt, dass die Romanfigur grimmig antwortete. Wie kann man den Grimm zeigen?
Ausrufezeichen: Halte die Anzahl unter Kontrolle. Nach Leonard sollte man nur zwei bis drei Stück pro 100.000 Worte verwenden.
Plötzlich: Das Wort sollte man nie verwenden. Wenn in einem Roman irgendetwas „plötzlich“ passiert, dann sollte sich das aus der Handlung ergeben. Gute Autoren, die auf das „plötzlich“ verzichten, haben nach Leonard auch die Anzahl der Ausrufezeichen unter Kontrolle. Anstatt zu erzählen, dass irgendetwas plötzlich passiert, sollte man die Plötzlichkeit beschreiben.
Beschreibungen von Romanfiguren: Vermeide detailreiche Beschreibungen. In Ernest Hemingways Geschichte „Hills like white elephants“ wird die weibliche Protagonistin nur so beschrieben: „Sie hatte ihren Hut abgenommen und auf den Tisch gelegt.“ Mehr sagt Hemingway nicht über sie. Okay, Hemingway ist eine spezielle Hausnummer. Aber überlegen Sie mal folgendes: Lange Beschreibungen über das Aussehen einer Romanfigur wirken ermüdend. Der Charakter, das Verhalten einer Person bleibt länger in Erinnerung.
Beschreibungen von Orten: Sie können die Handlung zu einem abrupten Stopp bringen. Pauschal heißt es immer: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Kein leichter Fall, das braucht Fingerspitzengefühl.

Leonard sagt noch etwas sehr wichtiges, die Summenregel für alles: Wenn es klingt wie geschrieben, dann schreib es neu!

Neben den weiteren Autoren und deren Schreibtipps beeindruckten mich noch die Worte von Anne Enright. Die Autorin schreibt sogenannte Gegenwartsliteratur, es existieren deutsche Übersetzungen. Was hat uns Frau Enright zu sagen:

  • Die ersten 12 Jahre sind die schwierigsten.
  • Der einzige Weg ein Buch zu schreiben, ist das Schreiben. Bring Worte auf das Papier, bleibe nicht im Planungsstadium stecken,
  • Nur schlechte Autoren denken, dass ihr Werk wirklich gut gelungen ist.
  • Beschreibungen sind hart (zu schreiben). Denke daran, dass alle Beschreibungen eine Meinung über die Welt darstellen. Finde einen Platz für dich.
  • Schreib was immer du willst. (Betrifft das Genre)
  • Versuche immer exakt zu sein. (Erst die Handlungsorte oder -zeiten recherchieren, dann schreiben)
  • Stelle dir vor, du hättest nur noch wenige Tage zu leben. Würdest du das Manuskript trotzdem fertig schreiben? Falls nein, wieso nicht? Genau das, was dich ärgert bei diesem „noch zehn Tage zu leben“ Ding ist das, was am Manuskript falsch ist. Also: ändere das Skript.
  • Hör auf mit dir selbst zu streiten. Ändere das Skript. Ganz einfach.
  • Man kann alles mit Whiskey machen. (Echt jetzt? Halte ich für eine dumme Idee, Sorry)
  • Hab Spaß (beim Schreiben)

Wer mehr lesen will, mehr Schreibtipps gut findet, dem empfehle ich den Link des Guardian.

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Bildquelle

  • junge Geschäftsfrau motiviert sich selbst: fotogestoeber; fotolia.de

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