Hallo Schriftsteller: Warum tun Ihre Romanfiguren das alles?

Nun, liebe Schriftsteller, Nachwuchsautoren und -Autorinnen. Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt?

Eine merkwürdige Frage? Ich denke nicht. Sie ist sogar sehr berechtigt. Wenn Ihre Antwort auf die obige Frage lautet: „Sie machen das, was ich will!“, dann ist das eine gefährliche Erwiderung. Sie stehen kurz vor der Gefahr, in die „Schablonenfalle“ zu tappen! Das ist ein häufiger Fehler bei neuen Autoren, Jungautoren, die ihr erstes Werk planen und Schriftsteller werden wollen! Möchten Sie ein Buch, einen Roman veröffentlichen? Vermeiden Sie die Schablonenfalle. Definieren wir erst einmal den Begriff Schablone:

„Eine Schablone ist ein ausgeschnittenes Muster zur Herstellung gleichgestaltiger Dinge.“

Übertragen auf Ihren Roman, Ihre Tätigkeit als Indie-Autor, bedeutet dies, dass Sie zwar sehr viele Charaktere haben, diese sich aber – bis auf den Namen – nicht großartig unterscheiden. Sie kämpfen, ziehen sich zurück oder unternehmen gefährliche Missionen. Sie suchen magische Gegenstände in Fantasy-Romanen oder müssen es mit dem großen Bösewicht aufnehmen. Der Erzählstil plätschert so vor sich hin, aber im Grunde sind die Figuren austauschbar.

Kommen wir deshalb zur der Ausgangsfrage zurück! Warum machen Ihre Figuren das alles? Haben sie beispielsweise ein Leben außerhalb der Story? Wenn jetzt nicht dieser Auftrag/die Mission dazwischen gekommen wäre, was würden die Charaktere dann tun? Sicherlich ihre Zukunft planen, ihr Leben einrichten. Nehmen Sie doch einfach die wichtigsten Figuren Ihres Romans und überlegen Sie sich, was sie tun würden, wenn Sie – der Autor/die Autorin – nicht mit dieser komischen Mission dazwischengefunkt hätten. Was würden die Leute am Morgen machen, wo essen sie zu Mittag und wie verbringen sie den Abend? Können die sich untereinander alle leiden oder würden sie ohne die Mission zu streiten anfangen? Ist der eine Typ ständig nervös, während der andere die Ruhe selbst ist? Welche Hobbys haben Ihre Figuren? Wie verbringen sie die Freizeit? Hilfreich ist ein Dossier.

Kommen wir zur der Mission, dem Auftrag, den Ihre Figuren haben. Bleiben wir im Fantasy-Bereich und nehmen wir an, dass ein Monster bekämpft werden soll. Welche Qualifikation haben die Leute eigentlich für den Auftrag? Wo und wann wurde sie erworben? Aus welchem Grund wurde der Auftrag angenommen? Was sprach dagegen ihn abzulehnen? Haben Ihre Figuren das diskutiert? Hält sich einer für geeigneter für den Job als die anderen? Gibt es dadurch Konflikte? Werden Beschlüsse einstimmig gefasst? Das wäre schlecht! Lassen Sie Ihre Figuren miteinander streiten, übereinander lästern. Das ist der erste Schritt aus der Schablonenfalle! Finden Sie etwas heraus über die Motive Ihrer Figuren durch ein Interview.

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