Throne of Glass Rezension

Die Autorin Sarah J Maas landete einen Bestseller im Fantasy Bereich. Throne of Glass ist Teil einer Serie, der erste Band trägt den Titel „Die Erwählte“ und ist Gegenstand meiner Rezension.

Throne of Glass handelt von der Assassinin Celaena Sardothien. Mit 17 Jahren wurde sie nach einer Intrige verhaftet und zur Zwangsarbeit in einem Salzbergwerk verurteilt. Überraschend überlebt sie dort 1 Jahr, während die durchschnittliche Lebenserwartung gerade einmal 1 Monat beträgt. Gleich zu Beginn des Romans ändert sich das Leben der Protagonistin. Der Kronprinz kommt zu Besuch und macht ihr ein unwiderstehliches Angebot: Der König sucht einen sogenannten „Champion“, der für ihn die schmutzige Arbeit macht. Darunter sind heimliche Morde usw. zu verstehen, wofür sich jemand wie Celaena Sardothien natürlich gut eignet. Es gibt nur ein Problem: Viele Bewerber sind für den Job vorhanden, in Auswahlkämpfen soll ein Sieger ermittelt werden.

Das Szenario hat gewisse Anleihen bei bekannten Filmen wie z.B. „Nikita“ von Luc Besson aus dem Jahr 1990 und dem Remake von Hollywood unter der Bezeichnung „Codename: Nina“ von 1993 getätigt. Es geht in beiden Filmen um eine junge Frau, die mit Freunden einen Einbruch tätigt, der gründlich schief geht. Dabei werden Menschen getötet und die junge Frau bekommt eine lebenslange Strafe (Nikita) bzw. die Todesstrafe (Codename: Nina). Sie bekommt jedoch eine zweite Chance und soll für den Staat als Auftragsmörderin arbeiten. Es gibt jedoch Verwicklungen, weil sie sich in jemanden verliebt, der von ihrer wahren Identität keine Ahnung hat. Von diesen Problemen handeln beide Filme.

Celaena Sardothien steht vor ähnlichen Schwierigkeiten. Sie entwickelt Gefühle nicht nur für den Thronfolger, sondern auch für den Hauptmann der Wache, der für ihr Training zuständig ist. Da es sich um einen Fantasy-Roman handelt, gibt es natürlich auch Magie, die von einem der Mitbewerber im Kampf um den Champion-Posten benutzt wird. Das ist das Hauptproblem von Celaena und Gegenstand des Finales.

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Romanparameter:

Protagonistin: Celaena Sardothien, 18 Jahre, Assassinin

äußerer Konflikt: Arbeit für den ungeliebten, grausamen König, dessen Armeen mordend durch das Land ziehen; Suche nach der Ursache grausamer Morde unter den Mitbewerbern

innerer Konflikt: hin und her gerissen zwischen zwei Männern

Unterstützer: Kronprinz, Hauptmann der Wache, fremde Prinzessin

Erzählstruktur: 3. Person, Präteritum

Handlungsort ist eine fiktive Welt, zumeist spielt der Roman in einem Schloss aus Glas, daher auch der Titel.

Kritikpunkte:

Es gibt erfreulich wenige. Die Sprache ist eindringlich und abwechslungsreich, man kommt gut in die Gedankenwelt der handelnden Personen hinein. Die Erzählstruktur der 3. Person lässt es zu, dass auch die Erlebnisse anderer Figuren, wie der Thronfolger und der Hauptmann, berichtet werden können. Der Leser hat somit ein besseres Bild der Lage als Celaena.

Probleme habe ich jedoch mit dem Innenleben von Celaena. Offiziell ist sie eine ausgebildete Killerin, mit einer sehr brutalen Ausbildung seit der Kindheit. Sie kam mit 8 Jahren in ein Ausbildungscamp. Trotzdem ist sie psychisch relativ unbeschadet davongekommen. Beispielsweise fordert sie vom Thronprinz Zugang zur Bibliothek, um sich Bücher auszuleihen (S. 75). Wir erfahren, dass sie gerne liest, meistens eher seichte Literatur. Ebenso kann sie Piano spielen (S. 175), was dem Prinzen gut gefällt. Gleichfalls spielt sie Billard (S. 256). Als der Prinz ihr Komplimente macht, wird sie rot (S. 310). Sie küsst innig den Prinzen (S. 359). Auch die Zuneigung des Hauptmanns gilt ihr. So reagiert Celaena auf einen simplen Kuss auf die Handfläche:

„Seine Lippen waren weich und sanft auf ihrer Haut und sein Kuss schickte einen glühend heißen Feuerstrahl durch ihren Arm, der ihre Wangen zum Glühen brachte.“ (S. 96)

Für eine Killermaschine legt sie etwas zu viel Wert auf Mode. Sie beschwert sich über Trainingskleidung (S. 101) „Ich sehe völlig lächerlich aus! Diese Hose ist völlig albern und das Hemd scheußlich.“

Nun könnte man die Sache mit dem Piano und dem Billard als Teil der Ausbildung sehen, damit sie auch in feiner Gesellschaft arbeiten kann ohne als Killerin aufzufallen. Leider wird kein Wort darüber verloren, wie und wo Celaena das lernte. Andererseits wird die Ausbildung als unglaublich brutal geschildert. So verlangte man von Celaena, dass sie ihre linke Hand besser trainieren sollte. Um das zu erreichen gab es nur die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Entweder brechen die Ausbilder die rechte Hand oder sie macht es selbst. Celeana schildert die nachfolgenden Ereignisse:

S. 140: „In jener Nacht hielt ich meine Hand an einen Türrahmen und schlug die Tür zu. Das Fleisch riss auf und zwei Knochen waren gebrochen. Es dauerte Monate, bis es verheilt war.“

Eine sehr beeindruckende Schilderung, die das Grauen der Ausbildung ahnen lässt. Trotzdem kommt Celaena in vielen Teilen der Handlung daher wie ein normales junges Mädchen, welches sich Sorgen um ihre Kleider macht, das Leben in einer Luxussuite genießt und auf die Zuneigung von Männern mit Erröten reagiert. Das ist meiner Ansicht nach zu brav für jemanden, der die Willenskraft aufbrachte, sich selbst die Hand zu brechen. Zwischenfrage: Welche Auswirkung hatte das auf die Übungen mit dem Piano?

Ferner wird im Plot sehr oft betont, was für einen Ruf Celaena als Profikillerin besitzt. Sie soll sie die beste ihres Fachs sein. Nimmt man das Alter, in dem sie verhaftet wurde (17) und rechnet mindestens zwei Jahre Arbeit ab um sich einen Ruf als gefürchtete Killerin zu erwerben, dann müsste sie mit ca. 15 Jahren angefangen haben Leute umzubringen. Interessant, wenn man angesichts dieses Hintergrunds fühlt, dass ein Kuss auf die Handfläche einen „glühend heißen Feuerstrahl durch ihren Arm, der ihre Wangen zum Glühen brachte“ sendet. Sorry, das ist mir zu kitschig.

Was ich nicht nachvollziehen konnte war, wieso ausgerechnet der Thronfolger und der Hauptmann der Wache sich in Celaena verlieben. Diese Dreiecksbeziehung wirkt für mich aufgesetzt.

Wenn man von den Widersprüchen in der Figur absieht, ist „Throne of Glass“ den Kauf wert. Den ersten Band habe ich genossen, ob es der zweite auch sein muss, steht noch in den Sternen.

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Bildquelle

  • thron of glass3: amazon.de

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